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PharmaShrek
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Neueste Einträge im Blog
Mein neues Projekt: Die Eigenliebe
25. January 2012, 11:34, PharmaShrek
Mit dem Verlauf meiner MS seit 26 Jahren bin ich im Nachhinein betrachtet recht zufrieden. Ich hatte wohl viel Glück, immer den richtigen Menschen zu begegnen und immer den für mich passenden Zuspruch zu bekommen. Vor allem aber habe ich gelernt, dass ich mich auf mich selbst verlassen muss, weil nur ich der Spezialist für meinen Körper bin. Dass meine Gedanken eine große Rolle in dem Zusammenhang spielen, ist mir schon lange klar. Deswegen habe ich seit einiger Zeit angefangen, ganz bewusst für mich die Eigenliebe zu praktizieren. Vor ein paar Wochen habe ich schon einmal auf einen Text von Charlie Chaplin zu diesem Thema hingewiesen. Mr. Chaplin hat für mich einiges klarer gemacht und sehr plakativ beschrieben, was er unter Eigenliebe versteht. Jetzt weiß ich, wo ich ansetzen kann, wenn ich bei Chaplin z.B. lese:"Als ich mich selbst zu lieben begann, konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben ..." Die "Arbeit" an diesem Thema hat dazu beigetragen, dass ich mich sehr gut fühle und seit über 3 Jahren keinen Schub mehr hatte und das, obwohl ich nach wie vor keine Medikamente nehme.
Ich achte auf meine Gedanken
13. December 2011, 16:31, PharmaShrek
Das, womit ich mich am meisten beschäftige, verstärke ich natürlich dadurch, dass es mir immer wieder durch den Kopf geht. Das kennen wir alle: Wenn wir verliebt sind, dreht sich alles um die eine Person; wenn wir uns auf den Urlaub freuen, erleben wir die Landschaften, Leute und das leckere Essen schon vorher in unseren Gedanken. Das kennen und genießen wir! Nur, was passiert, wenn Dinge nicht nach unseren Wünschen laufen und wir verunsichert sind? Darauf hat der Philosoph Epiktet eine ganz gute Antwort: „Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen, die wir von den Dingen haben“. Ich denke, der alte Grieche hat Recht und wir sollten nicht so viel nachdenken. Ich halte es da lieber mit dem Kölner, der sagt: „Et kütt, wie et kütt – und hät noch immer alles jotjejangen“ Ein großer Bogen vom antiken Philosophen zum kölschen Jong - zeigt aber nur, die Menschen hatten schon immer die gleichen Probleme!
Ich kann es
9. November 2011, 12:35, PharmaShrek
Seit Beginn meiner MS, vor 26 Jahren, hatte ich das Gefühl, dass es eine starke psychische Komponente bei der Entstehung meines Krankheitsbildes gab. Daraus ergab sich für mich die „Chance“ immer wieder auf die Suche nach möglichen „Hilfen“ zu gehen, die nicht in Form von Medikamenten daherkommen (deswegen mein Blogname). Meine Psyche im Blick zu haben und positiv zu beeinflussen war ein vergleichsweise einfaches Vorhaben. Es ist zwar sehr mühsam, ungewöhnlich und zeitaufwendig, aber ich habe ein gutes Gefühl dabei. Seit 3 Jahren hatte ich keinen Schub mehr und das führe ich vor allem auf meine Art zu denken zurück und darauf, was ich meinem Unterbewusstsein zumute. Ich schütze es vor sämtlichem „Müll“, der über das Fernsehen, beängstigende Filme oder Nachrichten (Beipackzettel und Krankheitsinfos) transportiert wird. Ich habe eine Vielzahl von Strategien für mich entwickelt, die mir sehr zufriedenstellend helfen. Bei der Individualität der MS denke ich, dass dies ein sehr probater Weg ist - wie ich ja selbst immer wieder festgestellt habe. Z.B. gehört zu meinen permanenten Methoden, dass ich mir immer wieder sage: „Du kannst es“. Diese Formel, die ich wie ein Mantra immer wieder benutze, hat mir schon oft geholfen und meinem Körper das Signal und die Unterstützung gegeben, die gerade nötig waren.
Dank an meine Freunde und Familie
18. October 2011, 12:26, PharmaShrek
Im Eifer des „Gefechts“ und weil man ja immer wieder sehr verunsichert ist, vergessen wir wohl schnell mal die Anderen- die vermeintlich Gesunden- Aber, wenn wir mal „einen Schritt zurücktreten“ und die Situation aus der neuen Perspektive betrachten, wird manchmal schnell klar, dass wir schon eine ganze Menge erwarten von den Anderen. Verständnis- klar; Unterstützung- unbedingt; Bewunderung- am liebsten auch und ganz viel Nachsicht- wir sind schließlich krank. Aber ist es nicht manchmal ein bisschen viel, was man da von einer ganz normalen Person erwartet, die vielleicht genauso verunsichert ist wie man selbst. Ich bin auf jeden Fall unendlich dankbar meinem Mann, der mir und meinem Optimismus vertrauen „muss“, obwohl er vielleicht ganz anders mit der Situation umgehen würde. Der sicher auch seine eigenen „Baustellen“ hat, die aber im Vergleich mit meinen nicht „wichtig“ sind. Und meinen anderen Freunden, die ohne schlechtes Gewissen ihr Ding machen können und nicht immer voller Verständnis sich meinem Leben anpassen müssen. Die vermeintlich Gesunden haben auch ihre Probleme: der eine baut gerade ein Haus, der nächste macht sich jetzt selbständig, einer hat wegen Burnout seinen Job an den Nagel gehängt und der nächste hat einen Blasenkrebs gerade überstanden... Aber sie sind alle da – für mich, wenn es sein muss. Und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Geht doch...
28. September 2011, 16:39, PharmaShrek
Ich arbeite täglich daran, dass es mir besser geht, statt mich mit irgendwelchen Auswirkungen meiner Krankheit abzufinden. Dazu benutze ich vor allem die Methode der Autosuggestion, die ich zum ersten Mal beim Autogenen Training kennengelernt habe. Autosuggestion, also positive Selbstbeeinflussung lebt von der Wiederholung –immer wieder suggeriert man sich einen Satz (zum Beispiel: „Ich bin ganz ruhig“) bis er „sitzt“. Im Fall der MS sind natürlich viele unterschiedliche Suggestionen möglich, die sich jeder Betroffene selbst überlegen kann. Bei mir ist es zeitweise: „Ich kann so weit gehen, wie ich möchte“ oder „Ich stehe ganz sicher auf beiden Beinen“. Diese immer wiederkehrenden, positiven Selbstbeeinflussungen führen dazu, dass ich mich auf das konzentriere, was geht, statt ängstlich das Gegenteil zu erwarten. Und dabei versuche ich, die Position des Beobachters einzunehmen, der wohlwollend und lobend dabei ist. Bei dieser Methode ist mir durchaus bewusst, dass es sich um eine lebenslängliche Aufgabe handelt. Diese Tatsache birgt für mich eine große Chance, weil ich eigenverantwortlich mein Leben in die Hand nehmen kann und ich nicht auf die Unterstützung anderer angewiesen bin.
Wedding Day
22. September 2011, 13:24, PharmaShrek
Im August waren wir Gäste bei einer wunderschönen Hochzeitsfeier bei Freunden. Die Braut, eine Chinesin fühlt sich dem Element Wasser sehr zugetan und des wegen hatten sich ihre Freunde eine besondere Einlage überlegt, wofür jeder Gast eine liebevolle, glückbringende Botschaft für das Brautpaar auf einen kleinen Brief schreiben und dann in eine Flaschenpost deponieren sollte. Diese Flaschenpost sollte dann von allen gemeinsam zum Rhein und vom Ufer aus ins Wasser geworfen werden. Eine ganz außergewöhnliche Idee! Wir machten uns also alle mit der Flaschenpost gemeinsam auf den Weg vom Restaurant in Richtung Rhein. Eine ziemlich große Hochzeitsgesellschaft, bei der ich sicher nicht die älteste war. Aber leider hatte ich den Weg falsch eingeschätzt, was dann dazu führte, dass ich auf der Hälfte passen und unsere Flaschenpost anderen Gästen mitgeben musste. Früher hätte ich mich bei einer solchen Gelegenheit sicher sehr geniert, zumal ich eigentlich eher sportlich aussehe und diesen Eindruck am liebsten auch weiterhin gerne pflege. Aber auch dazu (meiner Schwäche) musste ich mir eine neue Einstellung zulegen. Heute gehe ich davon aus, dass meine Mitmenschen im Grunde sehr verständnisvoll und hilfsbereit sind, wenn sie von meinem Handikap etwas mitbekommen. Die weitere Feier war dann noch sehr amüsant und wahrscheinlich ist es niemandem aufgefallen, dass ich nicht mit am Rhein war.
Ein guter Start in den Tag
13. September 2011, 13:25, PharmaShrek
„Leichtigkeit genießen“ ist ein großer Wunsch von mir. Und weil das so ist, versuche ich mich täglich durch meine Motivations-Sprüche-Sammlung daran zu erinnern... Oft habe ich dabei gedacht: „Leichter gesagt als getan“ – und heute bin ich auf die Idee gekommen, einfach einmal zu „sammeln“, was EINFACH für mich ist. Ich überlege also, was geht EINFACH? Aufstehen geht einfach, Zähne putzen geht einfach, frühstücken ist kein Problem, Zeitung lesen auch nicht, Hund rauslassen oder ein paar Schritte mit ihm gehen tut sogar ganz gut. Über den Tag verteilt, fallen mir eine Menge Sachen ein, die tatsächlich einfach für mich sind. Und damit ist meine Aufmerksamkeit erst einmal auf positive „Erfolge“ gepolt, statt gleich morgens zu denken, was ich alles nicht kann und doch so gern tun würde... Ein guter Start in den Tag ist dieses Hilfsmittel allemal!
Wie geht`s einfacher?
29. August 2011, 16:15, PharmaShrek
Diese Frage stelle ich mir immer, wenn ich wieder einmal dabei bin, mich eventuell zu überfordern. Bei der Schwüle in den vergangenen Tagen habe ich die Simplify-Idee von Tiki Küstenmacher für mich wieder entdeckt. Bei warmem Wetter habe ich immer das Gefühl, ich wiege so etwa 5 Tonnen, die dann irgendwie fortbewegt werden müssen. Statt mein normales Programm mit Auto fahren, Hundespaziergang, Wäsche waschen, saubermachen und einkaufen zu absolvieren, habe ich mir eine dicke Ruhepause im kühlen Haus verordnet, die dann auch sehr wohltuend war. Ich habe EINFACH nichts getan und gewartet, bis die Hitze vorüber war. Nicht sehr spannend, aber manchmal notwendig, um solche Zeiten zu überstehen, ohne in Selbstzweifel oder Schimpfen mit dem eigenen Körper abzugleiten. Übrigens, es hat niemand gemerkt, dass nicht gewaschen oder eingekauft wurde und der Hund nur im Garten war...
"Denk Dich Gesund"
11. August 2011, 17:48, PharmaShrek
Das ist der Titel einer AOK Broschüre, die ich vor kurzem gefunden habe. In dieser Broschüre geht es um Autogenes Training, von dem ich selbst ein großer Fan bin. Der Text beginnt so: „Man stellt sich so lange etwas vor, bis es tatsächlich passiert. Das ist das Prinzip des Autogenen Trainings ...“ Der Anfang machte mich doch etwas nachdenklich, weil dieses Prinzip des AT sowohl positiv als auch negativ angewendet werden kann. Es ist mir erst im Laufe der Jahre aufgefallen, dass wir Menschen das Prinzip durchaus anwenden, aber leider meist in der für uns negativen Variante: Wir stellen uns Dinge vor, die wir nicht (mehr) können, statt unser Augenmerk auf die Dinge zu lenken, die durchaus noch gehen. „Wer sich auf sein Problem konzentriert, wird es dadurch noch verschlimmern“, warnt im gleichen Text der Arzt und Spezialist für Naturheilverfahren W. Koch aus Düsseldorf. „Stattdessen braucht der Patient eine Entspannungsmethode, die die Gedanken im positiven Sinne auf seinen Körper lenkt.“ Beim Autogenen Training hat der Übende die Möglichkeit seinen Körper in einen angenehmen Entspannungszustand zu bringen, Kraft seiner Gedanken. Durch diese Erfahrung beim Autogenen Training erfährt man, dass es wirklich funktioniert und wird dadurch motiviert, das Prinzip auch auf andere Körperempfindungen anzuwenden. Dafür muss man das AT natürlich erst einmal gründlich lernen und regelmäßig anwenden.
Simplify your life
29. July 2011, 17:36, PharmaShrek
An manchen Tagen, wenn es mir nicht so gut geht, egal ob MS bedingt oder aus welchen Gründen auch immer, empfinde ich es als ganz hilfreich, in meinen Ratgeberbüchern zu schmökern oder meine eigene Sprüchesammlung zu durchforsten. Oft ist es dann so, dass ich relativ schnell etwas Erhellendes finde oder mich zurück erinnere, dass ich an diesem Punkt schon einmal war und mich aus dem „Dilemma“ selbst befreit habe. „Was ich einmal geschafft habe, schaffe ich auch immer wieder“ ist sowieso meine Devise, die ich mir schon fast wie ein Mantra immer wieder selbst sage. Heute war wieder so ein Tag und ich habe die drei Fragen des Herrn Tiki Küstenmacher wieder für mich entdeckt, die ich aus seinem Buch „Simplify your life“ abgeschrieben habe: 1. Was ist gut an meinem Leben? 2. Worüber kann ich glücklich sein? 3. Wofür kann ich dankbar sein? Auf alle drei Fragen fallen mir spontan immer ganz schnell ein paar Antworten ein, die mich daran erinnern, dass ich in einem friedlichen Land lebe und drei wunderbare Kinder habe und ich froh sein kann, dass ich nur an MS erkrankt bin und ich eine reelle Chance habe, mit dieser Krankheit mein Leben weiter selbstbestimmt zu leben. Nach der Idee des Herrn Küstenmacher, ist es also in der Tat so, dass ich mein Leben vereinfachen kann, statt mich in Selbstzweifel oder Selbstmitleid zu verlieren.
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